Astaf von Transehe-Roseneck

Gutsherr und Bauer in Livland

Astaf von Transehe-Roseneck  * 25. Januar 1865 in Roseneck (Livland); † 2. Juli 1946 in Freudenholm (Holstein)) war ein deutschbaltischer Doktor der Philosophie, Historiker, Genealoge und Autor.


Alexander Georg Astaf von Transehe-Roseneck entstammte der baltischen Adelsfamilie Transehe-Roseneck.
Seine Eltern waren Georg von Transehe-Roseneck (1809–1887) und Wilhelmine von Löwis of Menar (1822–1868).
Der ältere Bruder Georg von Transehe-Roseneck (1845–1908) war russischer Generalleutnant und Kommandant von Gattschina.
Er studierte Rechtswissenschaft an der Universität Dorpat, anschließend Wirtschaftspolitik in München und Straßburg.
Straßburg verließ er mit Auszeichnung im Grad eines Doktors der Philosophie.
Hernach war er für die Livländische Ritterschaft als Gutachter und Notar tätig.
Transehe war Erbherr auf Schloss Helmet, Selsau und Kronenhof.
Er vermählte sich 1892 mit der Landratstochter Leonie von Campenhausen (* 1870). Aus der Ehe gingen fünf Töchter und ein Sohn Gert hervor.
Transehe-Roseneck ist der Familienname eines deutsch-baltischen Adelsgeschlechts, dessen Ursprung seit 1670 nachgewiesen werden kann.
Anfangs unterlag die Registrierung mehrerer Fehler, die durch willkürliche Eintragungen in die livländische Adelsmatrikel erfolgt waren.
Die urkundliche Darstellung beginnt mit einer Eingabe des Valerius von Transehe, die er um 1660 an die schwedische Regierung gerichtet hatte.
Gemäß dieser Eingabe konnte, soweit urkundlich belegbar, nachgewiesen werden, dass der Großvater des Valerius mit Namen Thies Transehe
in Folge der Inquisition aus den Spanischen Niederlanden geflüchtete sein soll – welches nicht eindeutig beleg bar ist – und sich in Livland angesiedelt haben soll.
In den Jahren 1641 und 1663 wurden Mitglieder der Familie in den schwedischen Adelsstand erhoben, 1747 erhielt die Adelsfamilie das livländische Indigenat.

Aus seiner Ehe mit einer geborenen Blank hatte Thies Transehe († um 1558) den Sohn Gerhard (* um 1555, † um 1599).
Gerhard wurde von seinem Taufpaten, dem Ordensrat Gerhard Nolde in das Herzogtum Kurland und Semgallen verbracht und an Kindes statt aufgenommen.
Hier wuchs er gemeinsam mit den leiblichen Kindern Noldes auf und wurde auch mit ihnen ausgebildet.
Nach dem Studium berief sein Adoptivvater ihn als Prediger in die Pfarre Gramsden[6], in der er urkundlich 1582 und 1592 nachgewiesen werden kann.
Ab 1599 war er dann in der Pfarrei zu Schrunden tätig.
Aus seinen beiden Ehen hatte er folgende Söhne: Heinrich († 1661), Joachim (1589–1673), Hermann (studierte 1610 in Rostock), Valerius (1596–1669) und Wilhelm Dietrich († 1657).
Joachim wurde der Stammvater der nachfolgend schwedischen Hauptlinie und Valerius setzte die livländische Hauptlinie fort.
Schwedische Hauptlinie
Stammvater der schwedischen Linie, die nur eine Generation ausfüllte, war Joachim Transehe von Roseneck (1589–1615).
1641 wurde er unter dem Namen „von Roseneck“ in den schwedischen Adel erhoben.
Livländische Hauptlinie
Die livländische Hauptlinie wird von Valerius von Transehe (1596–1669) angeführt,
im Mannesstamm folgten ihm: Gerhard Johann († 1675), Otto Valerius (gefallen 1656 bei Riga) und Joachim Friedrich (1640–1692, erloschen 1766).
Gerhard Johann führte die Hauptlinie fort, es folgten ihm sein Sohn Ernst Johann und dessen Sohn Alexander Christopher (1691–1731).
Unter seinen Söhnen teilte sich die Hauptlinie in die Linien Sackenhof-Neu-Wrangelshof (Karl August 1717–1778) und Selsau-Erlaa (Otto Johann 1721–1791).